Wenn Kinder und Jugendliche hochbelastende Erfahrungen machen mussten, dann macht sie dies nicht selten sprachlos – sie ziehen sich zurück, kapseln sich ab oder reagieren aggressiv auf angebotene Hilfe. Diese jungen Menschen brauchen einen Ort, an dem sie Unterstützung im Umgang mit ihren Gedanken, Gefühlen und Eindrücken finden. Genau hier kann die Kunstpädagogik helfen. Sie bietet durch ihren nonverbalen Zugang die Möglichkeit, Unaussprechliches zu kommunizieren, und eine Brücke über die Sprachlosigkeit hinweg zu bauen. Kunstpädagogik ist ein Verfahren, in dem der künstlerisch-kreative Prozess, also das gestalterische Tun, als zentrale Ausdrucks- und Kommunikationsform genutzt wird. Die nonverbale Interaktion steht dabei im Vordergrund dieser Methode und erleichtert besonders problembelasteten Kindern und Jugendlichen Zugang zu den Schwierigkeiten. Die kreative Arbeit bietet den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich spielerisch mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen, Neues zu erleben und Erfolgserlebnisse zu haben. Die Kinder und Jugendlichen erleben sich durch die sinnliche, gestalterische Arbeit als aktiv. Sie lernen symbolisch, neue Wege zu öffnen, die zu einer Verbesserung des Selbstwertgefühls und einer stärkeren Beziehungsfähigkeit führen. Erfahrene Ohnmacht und Handlungsunfähigkeit, Wut und Aggression, Trauer und Schmerz können durch positives Erleben eigener Ressourcen ersetzt werden. Das Selbstwert-Erleben sowie die Erfahrung von Selbstwirksamkeit verbessern sich.